Bleeding4Metal.de: Skum – Promo 2010 / Skumworks 2 – 6,5/10 Points

Bleeding4Metal.de: Skum – Promo 2010 / Skumworks 2 – 6,5/10 Points

Kex

SKUM sind weiß Gott keine Neulinge auf dem metallischen Parkett und strichen mit ihrer letzten Scheibe “Skumworks Vol.1″ zumeist gute Kritiken ein. Letzte Scheibe? War das nicht die 2008 aufgenommene “Skumworks Vol.2″? – Sicher, doch liegt diese, neu eingespielt von der aktuellen Besetzung, ebenso zum Review hier wie die “Promo 2010″. Seit 1999 machen die Kölner Krach querbeet von Deathcore über Rotzrock bis Deathmetal, wobei aus dem Sex- ein Quartett wurde und nur noch Nikola Grgic (Gesang) und Christoph Buchheim (Schlagzeug) von der Originalbesetzung übrig blieben.

“Skumworks Vol.2″ kommt zwar in feinster Blackmetal-Optik daher und auch inhaltlich weisen die von Verzweiflung und Verachtung gegenüber der Menschheit geprägten Texte scheinbar in diese Richtung. Was dem Hörer um die Ohren geschleudert wird, sind jedoch zunächst hohe Kreischtöne, gestützt von Deathriffing und der vollen Dröhnung Blastbeats, wobei ‘Der Schnitter’ sowie ‘This Is Our Life’ zunächst Tiefe insbesondere bei den Growls vermissen lassen. Dass diese problemlos erreichbar ist, macht Frontgrowler Nikola bereits in ‘Leave me’, spätestens aber bei ‘Hold The Line’ deutlich. Ab diesem Song habe ich auch den Eindruck, dass die Gangart insgesamt härter wird. Die Riffs gehen mehr in die Tiefe und nehmen eine thrashige Färbung an, während der Bass eine angenehm düstere Linie spielt. Favorit auf dieser Scheibe ist eindeutig aber ‘Panzer Fahr’n’. Zynisch wird hier auf den Widerspruch zwischen militaristischer Kampffaszination und Leid hingewiesen – mal ehrlich, es finden sich sicher genügend Leute, die nicht nur bei Call of Duty gerne mit einem Panzer durch die Gegend heizen oder den Rückstoß eines MG spüren wollen. Gegen Ende lahmt “Skumworks Vol.2″ aber doch gewaltig, ‘Down’ langweilt in seiner flachen Umsetzung, die konstant durchgetretene Doublebass verschlimmert diesen Eindruck noch. Nettes Werk, dass auch neu eingespielt noch gut ballert und groovt, aber eben doch mehr im durchschnittlichen Bereich anzusiedeln ist.

Die “Promo 2010″ glänzt da schon weitaus mehr. Mit vier Tracks beweisen SKUM, dass sie die netten Ideen von “Skumworks Vol.2″ auch anständig ausarbeiten und variabel umsetzen können. Soll heißen: Es finden sich Thrash, Death, Rock und melodische Riffs nicht mehr in jedem Lied, sondern bei den einzelnen Songs. Dabei bewahren sich SKUM ihren eigenen Stil und drücken diesen gleich einer Visitenkarte auf. Besonders ‘Napa’ hat es mir angetan, gesungen auf Kroatisch findet sich im Riffing eine gehörige Portion Rock’n Roll wieder während der Gesang einfach nur Spaß macht. Davon gerne mehr Jungs.

Fazit: Es wird eine Gesamtwertung geben, die vor allem die Entwicklung berücksichtigt. Die Weiterentwicklung innerhalb der letzten zwei Jahre ist durchaus positiv und die “Promo 2010″ habe ich mir mit mehr Hörgenuss rein gezogen als “Skumworks Vol.2″. Auf das Album bin ich wirklich gespannt. Einzelbewertung: “Skumworks Vol.2″ 5.5 Punkte, während ich der “Promo 2010″ doch schon 7.5 geben würde.

Anspieltipps: ‘Panzer’fahrn’, ‘Napa’

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