Metalnews.de : Skum – Promo 2010 – 5/7 Points

Metalnews.de : Skum – Promo 2010  –  5/7 Points

Patrick Franken/Border:

“Visitenkarte erfolgreich abgeliefert!”

Es gibt wohl kaum ein Bundesland, in dem sich so viele Bands dem Metal verschreiben, wie Nordrhein-Westfalen. Gerade in der Rheinmetropole Köln wachsen in jedem Jahr etliche Bands heran, wenngleich es seit Jahren doch immer wieder dieselben sind, die von sich hören machen und wie ein Bollwerk des Undergrounds Präsenz zeigen. In diesem Falle handelt es sich um die Melodic Death / Thrasher von SKUM, die mit neuem Lineup und der nun vorliegenden „Promo 2010“ zurück sind, um den Metal-Underground aufzumischen.

SKUM waren nie wirklich darauf bedacht, sich auf einen eindeutigen Stil festzulegen und sich somit spielend in eine der bekannten Schubladen stecken zu lassen. Eigentlich entstand die Musik um Frontmann Nikola Grgic ohrenscheinlich immer so, wie sie eben kam. Das jedenfalls suggerieren uns die Songs der Herren. Da SKUM, nicht zuletzt deswegen, immer wieder für eine Überraschung gut sind, lässt man sich auch diesmal nicht lumpen und wartet mit einem überraschend stilbrüchigen Rotzrock-Song auf, doch dazu erst später mehr.
Mit „Koloss“ gibt’s erst einmal saftig den thrashig-melodischen Dampfhammer der Marke LEGION OF THE DAMNED aufs Gesicht. Im Verlauf des Songs beweisen die Kölner ein gutes Gespür für den roten Faden und bauen zur Mitte hin wunderbar den Spannungsbogen auf. Die anschließende „Brandrodung“ nutzt das Fahrwasser von „Koloss“ und hält ebenfalls, was der Name verspricht. Es wird abermals nach bester Manier gerifft, was das Thrash-Herz begehrt, und auch solotechnisch beweist man ein gutes Näschen für passende Melodieläufe. Auffallend ist übrigens spätestens hier, dass man erstmals verstärkt auf deutsche Texte setzt, was der Musik zwar anfänglich einen fast befremdlichen Beigeschmack attestiert, bei mehrmaligem Hören allerdings als passend angesehen werden kann.
„Nada“, dem dritten Song der „Promo 2010“, prophezeie ich einfach mal das Potenzial, das Image eines zukünftigen Konzertlieblings inne zu haben. Ungewohnt rockig, dreckig, ehrlich und partytechnisch einwandfrei präsentiert sich dieser, mit ordentlich Eiern ausgestatteter Überraschungshit.
Was dann mit „Schlachtpark“ das Ende der Aufnahmen einleitet, könnte man als Mischung aus allen vorangegangenen Songs mit einer feinen Prise NDH [vergl. MEGAHERZ] zwischendurch beschreiben. Hier darf dann auch zum Ende hin noch einmal herrlich gebolzt werden, bevor die „Promo 2010“ ausklingt. Die Produktion des Ganzen wurde übrigens auf eigene Faust vorgenommen und kann sich – angesichts der teils ekelhaft dilettantischen Einsendungen anderer Kollegen – mehr als sehen lassen.

Fazit: Wie der Name schon sagt, ist die „Promo 2010“ gleichbedeutend mit einer Visitenkarte aus dem Hause SKUM, ausgegeben an Labels, Booker und sonstige Investoren in Fremdtalente. Dies sollte soweit auch gelungen sein, denn SKUM präsentieren ihr neues Lineup mit frischem Sound, neuen Ideen und einem hohen Überraschungsfaktor. Somit sollte neben GUERRILLA auch mit SKUM ab spätestens 2010 fest bei den kommenden Konzerten und Festivals nicht nur in der rheinischen Umgebung zu rechnen sein.
(übrigens gibt es die gesamte “Promo 2010″ momentan auf der bandeigenen Facebook zu hören)

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