Skum Live Review / The Pit: Battles In The Norf 8 – Januar 2011

Skum Live Review / The Pit: Battles In The Norf 8 – Januar 2011

Ein gut gemachtes Festival lädt mit zehn Bands zum Feiern ein

Ein weiteres Wochenende in Neuss ist gerettet. Zumindest für die dort lebenden Metalheads. Einmal mehr, genauer gesagt zum achten Mal, haben die Jungs von Ravage 10 klasse Bands aus dem Ärmel gezaubert und in der Freizeitstätte Haus Derikum ein zweitägiges Festival auf die Beine gestellt. Bereits am Freitag ist der Anlauf in Neuss-Norf mehr als zufriedenstellend. Der Eintritt für 5 Euro pro Tag und das Bier für süffige 1,60 Euro locken so manchen Kuttenträger aus seinem Versteck. Das Billing ist auch, wie in den Jahren zuvor, nicht zu verachten. Nicht nur regionale Bands bekommen die Gelegenheit, vor einem gut gelaunten Publikum ordentlich auf die Kacke zu hauen, sondern nehmen sogar den Weg aus den Niederlanden und Luxemburg auf sich. Um das ganze Paket noch runder zu machen, gibt es auch einen netten Verkaufsstand von Cudgel, bei dem man sich nach Herzenslust mit CDs und anderem Band-Kram eindecken kann. Zwar gibt im Vergleich zu den letzten Jahren für die Fans keine Übernachtungsmöglichkeiten im Haus Derikum, aber auch betrunkene Metaller sind wie Hunde: Sie finden immer nach Hause. Also heißt es nur noch: Bier gezapft, Verstärker aufgedreht und Köpfe zum Bangen gesenkt!

Skum

Den Opener des Battles In The Norf 8 geben die Kölner Skum, die schon vor einem relativ beachtlichen Publikum auftrumpfen können, wenn man bedenkt, dass es Freitag am frühen Abend ist. Fronter Nikola legt sich auch sofort voll ins Zeug und lässt keinen Versuch anbrennen, die bereits Anwesenden zum Mitmachen zu animieren. Der Rest des Trupps hält sich zwar noch eher bedeckt, aber das Hauptaugenmerk zieht Nikola so oder so auf sich. Die Thrashsalven scheppern durch Haus Derikum und bereiten die Fans und Besucher des Festivals auf das vor, was die nächsten beiden Abende auf sie zukommen wird.

Skum können bereits auf drei Silberlinge zurückschauen, die sie in der Vergangenheit aufgenommen haben. Von dem ersten Stück „Skumworks Vol. 1“ ist allerdings kein Song in der heutigen Setlist vertreten. Stattdessen finden sich alle vier Titel der Promo-CD „Promo CD 2010“ in den Ohren derjenigen wieder, die nach Neuss-Norf gepilgert sind. Aber auch bei dem neueren Material ist nicht mit Gnade zu rechnen. Eine Aufwärmphase für Band und Festivalbesucher wird so oder so vollkommen überbewertet. Stattdessen galoppiert der Sound über alle Köpfe hinweg und kann nach sage und schreibe 45 Minuten Spielzeit getrost als guter Einstieg gewertet werden.

 

08.02.2011
Sarah Fleischer
www.the-pit.de