Skum – Prašina – Review by cdstarts.de

Skum – Prašina – Review by cdstarts.de

Wer gut gemachten Death Metal mag und/oder sich auch im Thrash wohl fühlt, sollte sich „Prašina“ unbedingt zur Brust nehmen.


Lässt den Hörer Staub schlucken.

Dass aus Kölle nicht nur Afri-Cola, Klosterfrau Melissengeist und Karneval kommen, sollte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Auch musikalisch hat die Rheinmetropole einiges zu bieten und das sind nicht ausschließlich Gruppen wie BAP, De Höhner oder die Wise Guys. Metallisch kann Köln ebenfalls auftrumpfen. Mit Skum zum Beispiel. Die vier Jungs gibt es schon seit 1997, zwei Studioalben und unzählige Liveauftritte inklusive. Nachdem die Band also in der Vergangenheit genug Staub im Underground aufgewirbelt hat, versuchen sie mit ihrem dritten Longplayer „Prašina“, was kroatisch ist und passenderweise auch Staub bedeutet, getreu dem Motto „Make it or break it“ den großen Wurf. Dabei bleiben sich Nikola Grgic (Gesang, Gitarre), Daniel Leusink (Gitarre), Andre Niemann (Bass) und Christoph Buchheim (Schlagzeug) selbst treu und präsentieren „Prašina“ als Werk, welches für die Band typisch und unverkennbar ist.

Typisch und unverkennbar ist ihr Konzept, das Skum’sche Todesblei mit trilingualen Vocals auszustatten. Englisch, Deutsch (wahrscheinlich gezielt mit Akzent) und Kroatisch – gerne auch durcheinander gewürfelt – hört man auch nicht alle Tage. Musikalisch halten sich Neuerungen eher in Grenzen. Aber wer tatsächlich erwartet, dass sich Death Metal zwanghaft weiterentwickeln muss, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Skum „delivern“ und machen das grundsolide und sinnvoll. „Prašina“ ist hart, roh und dreckig, entwickelt dann aber besonders durch die Arbeit vom Herrn Leusink an der Gitarre immer wieder einen leichten Hang zur Melodie („Kolos“, „Nada“, „Brandrodung“, „Where All Life Ends“), welche als gezielte Auflockerung und Verschnaufpause eingesetzt wird.

Denn das Gaspedal treten Skum bis zum Anschlag durch und flirten besonders beim harten und schnellen Riffing klar mit dem deutschen Thrash Metal (Kreator und besonders Destruction) – kleine progressive Einsprengsel veredeln die eine oder andere Komposition und sind ihr glücklicherweise dienlich. Skum machen hier das einzig richtige und behalten das Ziel im Auge, anstatt den Hörer unnötig aus der Härte reißen zu wollen. Songs wie die melancholischen „Blood In Our Hands“, „Where All Life Ends“ und die rein instrumentale Nummer „Pjesma Bez Imena“ fallen deutlich aus dem Raster, sind ziemlich verspielt und trotzdem mit einer gesunden Härte versehen. Gut!

Die Fans, welche in der vergangenen Dekade rekrutiert wurden, können auch nicht irren: Live sollen Skum ein echtes Brett sein! Auf’m Silberling halten sie zum Glück die Härte und bringen sie ins heimische Wohnzimmer, so dass sich ab jetzt jeder ein Bild davon machen kann, was die Jungs drauf haben! Im Großen und Ganzen dreschen Skum eher generisch nach vorne. Aber das muss ja auch nicht schlecht sein. Wer gut gemachten Death Metal mag und/oder sich auch im Thrash wohl fühlt, sollte sich „Prašina“ unbedingt zur Brust nehmen.

http://www.cdstarts.de/kritiken/111307-Skum-Prasina.html