Skum – Prašina – Review by myrevelations.de | 11/15

Skum – Prašina – Review by myrevelations.de | 11/15

Für den Groove von “Nada” möchte man glatt kroatisch lernen, so sehr verleitet der Song zum Fäusterecken und mitbrüllen. “The World Turns Red” beginnt mit bedrohlich-schönen Pianoklängen, schlägt in ein kurzes Blastfest um, grüßt mittendrin kurz Slayer und endet schließlich wieder sehr melodisch. So ziemlich jeder Song wartet mit einem ganz eigenen Charakter, eigenem Charme auf, ohne dass das Album einen roten Faden missen lassen würde.Deutsche Texte im Death Metal sind nach wie vor eine Seltenheit. Besonders “mutig” wird es jedoch mit “Prasina”, dem neuesten Werk der Kölner von Skum. Diese haben dank ihres Sängers Nikola Grgic nämlich noch gleich Texte auf kroatisch, der Muttersprache des Frontbullen, mit an Bord geholt. “Staub”, so der Albumtitel ins Deutsche übersetzt, ist das erste Album des Quartetts bei einem größeren Label, respektive welches größere Beachtung in der Szene finden sollte.
Den harten Kern der Truppe, Drummer Christoph Buchheim und Sänger Nikola kenne ich, dank gemeinsamer Gigs in der Vergangenheit, nun schon geraume Zeit, doch so sehr ich die Jungs auch mochte; mit der Mucke der Domstädter wurde ich nie richtig warm.
Umso schöner, dass sie es mir mit “Prasina” nun einfach machen, auch die genießen zu können.
Nach einem kurzen Intro geht man gleich in die Vollen und frönt dem guten, alten Death Metal inklusive einer ordentlichen Thrash-Kante. Demnach gibt es hier keine Beatdowns oder andere Zutaten, die sich dem Zeitgeist anbiedern wollen. Glücklicherweise haben wir es aber auch nicht mit altbackenem, nichts sagendem Uffta-Uffta zu tun. Die Vier machen ihr ganz eigenes Ding, und das zeichnet sich durch eine sehr interessante Dynamik aus. In einem Moment übt man unnachgiebig rhythmischen Druck auf den Nacken des Hörers aus, blastet kurz darauf die Hölle los zu und mündet danach, wie selbstverständlich in einen hochmelodischen Instrumentalpart. Das ist nicht immer 100%ig zwingend, aber definitiv interessant genug, um die Aufmerksamkeitsspanne aufrecht zu erhalten. Manchmal etwas zerfahren, dann recht simpel gehalten, aber immer abwechslungsreich. Für den Groove von “Nada” möchte man glatt kroatisch lernen, so sehr verleitet der Song zum Fäusterecken und mitbrüllen. “The World Turns Red” beginnt mit bedrohlich-schönen Pianoklängen, schlägt in ein kurzes Blastfest um, grüßt mittendrin kurz Slayer und endet schließlich wieder sehr melodisch. So ziemlich jeder Song wartet mit einem ganz eigenen Charakter, eigenem Charme auf, ohne dass das Album einen roten Faden missen lassen würde.
Wenn es so lang dauern sollte, um mich für den Sound von Skum begeistern zu können, soll es halt so sein.
Ich fange jedenfalls an, auch die Musik hinter den Sympathieträgern zu mögen. Also: Auch wenn die Kollegen von Guerilla es leider unlängst vorgemacht haben und sich nach ihrer superben letzten Platte auflösten… Wagt euch!

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