Skum – Prašina – Review by Powermetal.de | 7,5/10

Skum – Prašina – Review by Powermetal.de | 7,5/10

Insgesamt ist “Prašina” ein starker Release, der Spaß macht, wenn man auf melodischen Death Metal à la ARCH ENEMY oder DARK TRANQUILITY steht und gleichzeitig auch US Metal der Marke LAMB OF GOD und DEVIL DRIVER abfeiert.
Multilingualer Death Metal, der Völker verbindet

Bei den ganzen neuen Old-School Death-Metal-Bands, die in den letzten Jahren debütiert haben, vergisst man gerne, dass es ja auch noch so etwas wie eine neue Schule gibt, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will. Eine wackere Truppe aus diesem Sektor heißt SKUM, kommt aus Köln und existiert bereits seit 1997. “Prašina” ist dabei ihr vierter und aktuellster Output. Der ungewöhnliche Name kommt aus dem Kroatischen und heißt soviel wie “Staub”. Ein Tribut an die Wurzeln des Sängers Nikola Grgic, der sich auch abseits des Albumtitels seiner Muttersprache verschrieben hat und gleich mehrere Songs auf Kroatisch geschrieben hat. Vor allem bei ‘Nada’ ist man überrascht wie gut die Mixtur aus modernem Death Metal und nicht-englischen Lyrics funktionieren kann.

Wer den direkten Vergleich dazu haben will, sei an ‘The World Turns Red’ oder auch ‘Blood Is On Our Hands’ verwiesen, wo es ganz klassisch englisch zugeht oder an ‘Schlachtpark’ und ‘Brandrodung’, die sogar deutsche Lyrik bemühen. Wie immer schneidet bei diesem Sprachvergleich Deutsch am schlechtesten ab, weil es einfach nicht zu Death Metal passen will. Auch dann nicht, wenn man einen eher rockigen und melodischen Death Metal spielt, wie SKUM es tun.

Musikalisch sind die Rheinländer im übrigen sehr vielseitig und binden singende Gitarren und viele traditionelle Metal-Riffs in ihre Songs ein. Auch scheut sich Sänger Nikola nicht auch mal ein paar cleanere Parts zu verwenden, was das ganze mehr in die Nähe des Groove Metal rückt und den Death-Metal-Anteil deutlich herunterschraubt. Den Stempel einer reinen Todesblei-Band scheinen sich SKUM aber ohnehin nicht aufdrücken zu wollen und live funktioniert ihr Genre-Mix sicherlich auch sehr gut. Nicht zuletzt da sehr ruhige und stimmungsvolle Songs wie das abschließende Instrumental ‘Pjesma Bez Imena’ eine schöne Atmosphäre aufbauen können.

Insgesamt ist “Prašina” ein starker Release, der Spaß macht, wenn man auf melodischen Death Metal à la ARCH ENEMY oder DARK TRANQUILITY steht und gleichzeitig auch US Metal der Marke LAMB OF GOD und DEVIL DRIVER abfeiert. Gegen Ende des Scheibe verlieren SKUM zwar etwas die Power, die die einleitenden Lieder wie ‘Trails’ oder ‘Spring Is Coming’ vorgelegt haben, aber dennoch zeigen die Jungs, dass moderner Death Metal nicht tot ist, sondern seinen Platz im Todesstahl-Olymp behaupten kann.

http://www.powermetal.de/review/review-Skum/Pra_ina,21744,21616.html