Vampster.com: Livereview – DESASTER, GUERRILLA und SKUM am 08. Dezember 2007 im Jugendzentrum Brühl

Die Koblenzer Black Thrash-Institution gab sich im benachbarten Brühl die Ehre. Dazu sollten mit GUERRILLA und WOLFEN noch zwei Lokalmatadore eröffnen. Also ging es mit mächtig Nachwehen vom Vorabend in Richtung Brühler Jugendzentrum. Gegen Zwanzig Uhr war ich dann da und erst mal hocherfreut über die äußerst beeindruckende Anzahl an Kuttenträgern die es scheinbar auch in dieser Gegend noch gibt. Oder haben DESASTER die alle mitgebracht?

Drinnen gab es dann erst mal die Info, dass WOLFEN abgesagt haben und SKUM dafür einspringen. Diese machten dann auch den Opener und ballerten den Anwesenden erst mal eine ordentliche Ladung fiesen Death Metal mit leichtem Hardcore-Einschlag vor den Latz. Songtitel wie “Panzer fahrn” oder “Stapf” lassen euch hoffentlich erahnen, wie feinfühlig das hier musikalisch zur Sache ging. Und die Mucke verfehlte ihre Wirkung nicht, so dass der eine oder andere schon fleißig die Matte schüttelte. Sehr löblich war auch die klare Ansage gegen Faschos, schön zu sehen, dass viele Kölner Bands da ne relativ klare Linie fahren.

So auch bei GUERRILLA, die vor “Shatter The Swastika” auch noch mal deutlich machten, was sie von rechtem Gesocks in der Szene halten. Ansonsten ging es in den Ansagen hauptsächlich ums Ficken und Kacken, ganz wie man es von den Kölner Testosteron-Thrashern gewohnt ist. Personell gab es im Vergleich zu meinem letzten GUERRILLA-Konzert mal wieder die eine oder andere Variation. Zumindest der Sänger war neu und einen neuen Bassisten haben GUERRILLA scheinbar noch nicht gefunden und traten daher einfach mal ohne an. Zu merklichen Soundlöchern kam es dadurch allerdings nicht, die hämmerte der Schlagwerker allesamt zu, auch wenn ihm vor lauter Enthusiasmus zu Beginn mal die Drumsticks fliegen gingen. Ansonsten prügelten sich GUERRILLA allerdings ohne Ausfälle durch ihre Setlist und bereiteten so den Boden für DESASTER.

Nachdem das Vorgeplänkel nun beendet war, wurde es Zeit für das, weswegen die Horden von Kuttenträgern sich auf den Weg ins Brühler Jugendzentrum gemacht hatten. DESASTER enterten die Bühne und legten mit dem Titeltrack der aktuellen Scheibe los. War die Stimmung vorher noch etwas zurückhaltend mit einigen wenigen, die begeistert abgingen, so war jetzt vom ersten Ton an die Hölle los. Vorne drängten sich viel zu viele, viel zu volle Menschen auf viel zu wenig Platz, rissen die Fäuste hoch, grölten, bangten und schoben sich durch die Gegend. Alles was man sich wünscht also. Vorne war der Sound ok, weiter hinten wurde es teilweise arg undifferenziert, aber was will man bei einem Jugendzentrum-Gig von DESASTER auch erwarten. Das hier sind schließlich nicht SPOCKS BEARD oder ähnlicher Käse. DESASTER prügelten sich durch eine ausgewogene Setlist, präsentierten drei Songs der aktuellen Scheibe und ansonsten Standards wie “Tyrants Of The Netherworlds” oder – wie einer aus dem Publikum immer wieder forderte – “Tyrants Of The Niederlande”, sowie das äußerst geile “Teutonic Steel” und die Hymne “Metalized Blood”. Und natürlich gab es in Form von RAZOR´s “Cross Me Fool” noch einen Coversong zu hören. Dann war leider auch schon Schluss, was mir aber aufgrund der mit dem Vorabend zusammenhängenden Müdigkeit ganz recht war, da die Batterien sich so langsam dem Ende neigten und das heimische Bett dringend nach meiner Anwesenheit verlangte.

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